Wer seinen Traum vom Eigenheim verwirklichen will, kennt das nur zu gut: Man hat viele Ideen wie das neue Haus aussehen soll, nur muss man für manche Wohnträume sehr tief in die Tasche greifen. Einige Bauarbeiten daher in Eigenleistung auszuführen, scheint der naheliegenste Schritt zu sein, um das Budget zu schonen.

Diese Arbeiten nennt man Muskelhypothek und schließt nicht nur die Tätigkeiten ein, die Sie selber an Ihrem Wohnhaus vornehmen. Auch die Arbeitsleitungen von Familienmitgliedern und Freuden zählen dazu.

Was kann man selber machen?

Wenn Sie eine entsprechende handwerkliche Begabung und vielleicht sogar eine professionelle Ausbildung haben, spricht nichts dagegen einen Großteil der Arbeiten selber zu machen. Aber auch wer weniger handwerkliche Erfahrung hat, kann einfachere Leistungen in Eigenregie durchführen. Dazu gehören z. B. Maler- und Tapezierarbeiten, Bodenbeläge einbauen (Laminat und Teppich) und Gartengestaltungsarbeiten.

Was die Muskelhypothek bringt

Die Vorteile der Muskelhypothek liegen klar auf der Hand. Denn sie machen sich finanziell bemerkbar. Mit Eigenleistungen senken Sie nicht nur Ihre Baukosten, Sie reduzieren auch die Kosten für die Baufinanzierung. Viele Banken erkennen die Muskelhypothek nämlich als Eigenkapital an.

 Bleiben Sie realistisch!

Behalten Sie immer im Kopf, dass die Muskelhypothek nicht für jedermann geeignet ist und prüfen Sie, ob sich der Aufwand wirklich lohnt. Berücksichtigen Sie dabei folgende Risiken:

Selbstüberschätzung – Sehen Sie Ihre handwerklichen Fertigkeiten in einem realistischen Licht. Denn schnell kann es aus Unerfahrenheit zu Fehlern am Bau kommen und damit zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen. Eventuell entstehen sogar Mehrkosten, die nachfinanziert werden müssen.

Falsche Baumaterialien – Fehlende Kenntnisse über die richtigen Baumaterialien führen schnell zu Mängeln und teuren Nachbesserungen.

Keine Gewährleistung – Die Kosten für Mängel und Nachbesserungen müssen Sie selber tragen.

Termingerechte Fertigstellung – Sind andere Gewerke von der rechtzeitigen Fertigstellung Ihrer Eigenleistungen abhängig, kann es schnell stressig für Sie werden und schließlich zu Verzögerungen im Bauablauf kommen.

Versicherungsschutz – Denken Sie darüber nach eine Bauherrenhaftpflichtversicherung abzuschließen, wenn Sie umfangreiche Eigenleistungen eingeplant haben. So sind Sie gegen eventuelle Schadensersatzansprüche (z. B. bei Verletzung eines Bauhelfers) abgesichert.

Zeit/Energie/Stress – Stellen Sie sich die ehrliche Frage, ob es für Sie machbar ist, die berufliche Tätigkeit und den Hausbau unter einen Hut zu bekommen. Schaffen Sie es in Ihrer Freizeit sich um die Baustelle zu kümmern, so dass das Wohnhaus innerhalb eines adäquaten Zeitraums fertig gestellt werden kann?

Fazit:

Die Muskelhypothek lohnt sich! Durchdenken Sie aber genau, ob sich eine Muskelhypothek für Sie persönlich wirklich lohnt und ob Sie damit tatsächlich sparen können.

Gut zu wissen: Eigenleistungen können Sie nicht steuerlich absetzen. Dies geht nur bei Arbeiten, die Sie über eine Firma haben ausführen lassen.